birkin bag von hermès birkin bag von hermès Die Chinesen haben bei uns nicht investiert, nur um ein bisschen mitzumischen", sagt Derek Reid. Die haben große Ambitionen." Es war im vergangenen Oktober, als sich der chinesische Textilkonzern Shangdong Ruyi zum ersten Mal bei ihm gemeldet hatte: Ob er neue Geschäftspartner für den Harris Tweed suche? Der unverwüstliche Wollstoff aus Schottland ist auf der ganzen Welt bekannt. Reid gehört die Mehrheit an einer von nur drei Spinnereien, in denen das Garn dafür hergestellt wird. Das machte den schottischen Unternehmer für die Chinesen interessant. Der Harris Tweed hat nach jahrzehntelangem Niedergang zuletzt einen ungeahnten Aufschwung genommen. Jetzt will Shangdong Ruyi, ein Hersteller hochwertiger Anzugstoffe, ihn auch ins Reich der Mitte bringen.
Harris Tweed gibt es nur auf den ußeren HebridenDas karge Eiland vor der Westküste Schottlands ist einer der entlegensten Orte des Vereinigten Königreichs. Kaum ein Baum wächst auf diesem nassen und vom Westwind zerzausten Flecken Land im Nordatlantik. Vor einigen Jahren brachte der Autohersteller Land Rover die Insulaner gegen sich auf, als er eine Lackfarbe nach dem Hauptort von Harris and Lewis Stornoway Grau" benannte. Das sei üble Nachrede, empörten sich die Bewohner. So schlecht sei das Wetter bei ihnen gar nicht. Rund 20000 Menschen und jede Menge Schafe leben auf Harris and Lewis. Das ist eine große Ermutigung für uns", sagt sie. Die Spinnerei im Nachbarort Carloway, an der sich Shangdong Ruyi beteiligt hat, kämpfe ums berleben. Sie ist bisher die kleinste der drei Garnfabriken. Ein starker Investor aus der Textilbranche werde dort dringend gebraucht, sagt Macaulay.
Die handwerklichen und technischen Fertigkeiten hier sind enorm", sagt der SpinnereiBesitzer Reid. Aber es herrschte lange ein eklatanter Mangel an kaufmännischem Geschick in der Vermarktung." Für ihn selbst ist der Harris Tweed eher ein Fall von Mäzenatentum. Reid war Manager in der Nahrungsmittelindustrie und hat vor zehn Jahren in die Spinnerei in Carloway investiert, um ihr berleben zu sichern. Drum ist er froh, dass mit Shangdong Ruyi jetzt ein Partner aus der Branche an Bord kommt.
Die Neuankömmlinge geben sich respektvoll: Der Harris Tweed habe in der Modegeschichte eine Schlüsselrolle gespielt" und sei untrennbar mit Schottland verbunden, schwärmt Bahman Mostaghimi, der Leiter der britischen Niederlassung von Shangdong Ruyi. Wir sind sehr stolz, dass wir auf dieses Erbe aufbauen und es nach China bringen können." Die Spinnerei, die derzeit nur 25 Mitarbeiter beschäftigt, werde erheblich expandieren", kündigt der Alteigner Reid an. Bisher weiß allerdings niemand so genau, was die Chinesen vorhaben. Sie haben gekauft, ohne sich vorher vor Ort umzuschauen. In den kommenden Wochen wird eine erste Delegation der neuen Miteigner auf Harris and Lewis erwartet.
China ist kein Billigstandort mehr
Es ist kein Zufall, dass die Chinesen gerade jetzt ihr Herz für die schottischen Weber entdecken: Der Harris Tweed ist auf einmal wieder schick. Edelmarken wie Paul Smith, Vivienne Westwood und Chanel verwenden den Stoff. Die HarrisTweedMode ist jünger und weiblicher geworden. Der Sportartikelhersteller Converse brachte kürzlich einen Turnschuh in TweedOptik auf den Markt. Seit dem Tiefpunkt vor drei Jahren hat sich die Tuchproduktion mehr als verdoppelt. 2012 stieg sie auf rund eine Million Meter, den höchsten Stand seit 16 Jahren. Das sei erst der Anfang, sagt Derek Reid. China ist ein gewaltiger neuer Markt für den Harris Tweed." Er glaubt, dass die Hebrideninsel vor einem kleinen Wirtschaftswunder steht: Binnen fünf Jahren könnten die TweedWeber wieder so viel Tuch produzieren wie zu ihren besten Zeiten.
Der Harris Tweed wird chinesisch ein bisschen jedenfalls. Mit zunächst 25 Prozent haben sich die asiatischen Investoren an der Spinnerei beteiligt. Dass sich die TweedLiebhaber aus Fernost damit auf Dauer zufriedengeben werden, kann sich der 68 Jahre alte Reid allerdings nicht vorstellen: Keine Frage, es wird ein Zeitpunkt kommen, an dem Shangdong Ruyi das ganze Unternehmen haben möchte", erwartet er. In der Heimat des Harris Tweed, der abgelegenen Hebrideninsel Harris and Lewis, sind die Chinesen damit zu Hoffnungsträgern geworden. Die Tuchmacher hoffen auf dringend benötigte Investitionen.
Seit mehr als 170 Jahren wird auf der Insel Tweed gewoben, und seit zwei Jahrzehnten genießt der Harris Tweed auch gesetzlichen Herkunftsschutz. Die strikten Regeln schreiben vor, dass das Tuch in Heimarbeit auf Handwebstühlen auf der Inselgruppe der ußeren Hebriden hergestellt werden muss. Auch das Garn muss von den Inseln stammen. Jede einzelne Stoffbahn wird von Macaulays Inspektoren geprüft und mit dem begehrten GütesiegelLogo versehen. Der sogenannte Orb" zeigt einen Reichsapfel.
China ist ein gewaltiger neuer Markt für den Harris Tweed"Im goldenen Zeitalter der HarrisTweedWeberei verließen jedes Jahr mehr als 7 Millionen Meter Tuch die Insel. Damals, in den sechziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts, lebten noch gut 1500 Weber vom Harris Tweed. Heute dagegen setzen sich nur noch 150 Unentwegte an den Webstuhl. 2009 ist die Produktion auf ein historisches Tief von weniger als einer halben Million Meter gefallen. Die Tage des traditionsreichen Wollstoffs schienen gezählt. Ein englischer Textilunternehmer hatte zuvor vergeblich versucht, die HarrisTweedFertigung unter seine Kontrolle zu bringen, und der Branche damit beinahe den Rest gegeben.
?Der Harris Tweed wird chinesisch
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